Häufige Fragen

Wie bekomme ich Hilfe/Unterstützung von euch?

Wenn du oder deine Familie Unterstützung braucht oder wollt, läuft das in der Regel über das Jugendamt.

Kann ich direkt zu euch kommen?

Nein. Hilfen zur Erziehung werden in der Regel vom Jugendamt geprüft und bewilligt. Deshalb erfolgt der Weg zu uns normalerweise über das Jugendamt.

Wie kommen wir ins Spiel?

Wenn das Jugendamt feststellt, dass eine Hilfe zur Erziehung sinnvoll ist, kann es einen Träger der Kinder- und Jugendhilfe, wie uns, mit der Unterstützung beauftragen.

Was macht das Jugendamt?

Das Jugendamt spricht mit dir und deiner Familie über eure Situation. Gemeinsam wird geschaut, welche Unterstützung helfen könnte. Wenn du in akuter Gefahr bist oder große Angst hast, kann das alles sehr schnell gehen.

Darf ich sagen, was ich mir wünsche?

Ja! Deine Meinung ist wichtig. Du darfst erzählen, was dich beschäftigt, was dir helfen würde und was du dir von der Unterstützung wünschst.

Weitere Fragen

# Was ist Sorgerecht?

Das Sorgerecht ist das Recht und die Pflicht der Eltern, ihre Kinder zu erziehen und zu versorgen. 

Das Sorgerecht umfasst unter anderem:

  • die Personensorge (z.B. Anmeldung in der Schule, Einwilligung in medizinische Behandlungen)
  • die Vermögenssorge (z.B. Verwaltung des Vermögens des Kindes)
  • die Vertretung des Kindes vor Gericht

Welche Arten von Sorgerecht gibt es?

Es gibt verschiedene Arten von Sorgerecht, z.B.:

  • Das gemeinsame Sorgerecht bedeutet, dass beide Elternteile das Sorgerecht für ihr Kind gemeinsam ausüben.
  • Das alleinige Sorgerecht bedeutet, dass nur ein Elternteil das Sorgerecht für sein Kind ausübt.
  • Die (Amts)Vormundschaft ist immer durch ein Gericht beschlossen worden und benennt eine private Person oder einen Amtsvormund, der dann für ein Kind oder einen Jugendlichen verantwortlich ist.

Das Familiengericht kann das gesamte Sorgerecht oder einzelne Teilrechte (Aufenthalt, Gesundheit, Schule, Vermögen, Vertretung usw.) separat übertragen, wenn dies dem Kindeswohl entspricht. Es kann auch unterschiedlich auf die Elternteile verteilt werden.

Was heißt das für mich, wenn meine Eltern kein oder nicht mehr das volle Sorgerecht für mich haben?

Das bedeutet, dass wenn du z.B. ein Zeugnis aus der Schule unterschrieben haben musst, dass jetzt nicht mehr deine Eltern machen können/müssen, sondern dein Vormund.

Deinen Vormund lernst du kennen und kannst auch ganz viele Fragen stellen. 

An ihn oder sie wendest du dich, auch wenn es darum geht auf eine Ferienreise zu fahren oder bei einer Freundin/einem Freund zu schlafen. Bei so etwas muss dann eventuell dein Vormund zustimmen und nicht mehr deine Eltern.

Es kann auch sein, dass deine Eltern oder ein Elternteil noch ganz viele Sorgerechtsanteile haben, aber ein Vormund entscheiden muss, wo du leben darfst (z.B. in einer Wohngruppe). In diesem Fall hat ein Gericht entschieden, dass nur das Aufenthaltsbestimmungsrecht für dich zu einem Vormund geht.

Es bedeutet in der Regel nicht, dass du nicht mehr mit deinen Eltern sprechen kannst. In den meisten Fällen siehst du deine Eltern regelmäßig, auch wenn du nicht mehr bei ihnen wohnst. Je nach Absprache darfst du sogar mit ihnen in den Urlaub fahren und Wochenenden oder einzelne Tage bei ihnen verbringen.

In manchen Fällen ist es so, dass du deine Eltern nur eingeschränkt sehen darfst und nur wenn jemand dabei ist, das ist zu deinem Schutz. Das nennt man Begleitete Umgänge.

# Was ist Familienhilfe?

Familienhilfe ist eine ambulante Hilfeleistung, die Familien mit Kindern und Jugendlichen in herausfordernden Lebenssituationen unterstützt. Familienhilfe bietet Begleitung, Beratung und praktische Unterstützung im Alltag - mit dem Ziel, Familien zu stärken und gemeinsame Lösungen zu entwickeln. Sie richtet sich an Familien, die sich Unterstützung wünschen oder bei denen ein Unterstützungsbedarf festgestellt wurde.

Wann wird Familienhilfe angeboten?

Familienhilfe kann u.a. in Anspruch genommen werden, wenn

  • die Erziehung und Entwicklung des Kindes oder des Jugendlichen durch eine Vielzahl von Faktoren beeinträchtigt ist,
  • die Eltern in der Erziehung ihres Kindes überfordert sind,
  • die Familie durch Trennung, Krankheit oder andere Belastungen in einer Krise steckt

Wie läuft Familienhilfe ab?

Zu Beginn gibt es ein gemeinsames Kennenlernen. Dabei wird besprochen, was die Familie beschäftigt, welche Wünsche und Ziele sie hat und welche Unterstützung sinnvoll sein kann. Auch wird vom Jugendamt mitgeteilt, welche Unterstützung sie für die Familie als sinnvoll erachten. Die Familienhilfe wird von Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe durchgeführt. Diese besuchen die Familie regelmäßig zu Hause und arbeiten mit den Eltern und Kindern/ Jugendlichen zusammen. Die konkrete Unterstützung richtet sich dabei nach dem individuellen Bedarf. Sie beraten die Eltern in Erziehungsfragen, unterstützen sie bei der Bewältigung von Alltagsproblemen und helfen ihnen, neue Ressourcen zu erschließen.
Familienhilfe bedeutet nicht, dass Eltern "versagt" haben. Im Gegenteil: Unterstützung anzunehmen zeigt Stärke und kann ein wichtiger Schritt sein, um die eigene Familie zu stabilisieren und neue Perspektiven zu entwickeln. 

Sie möchten wissen, ob dieses Angebot für Ihre Familie geeignet ist? Nehmen Sie gerne Kontakt zu Ihrem zuständigen Jugendamt auf und lassen sich unverbindlich beraten.


# Was ist eine Kindeswohlgefährdung?

Kindeswohlgefährdung liegt vor, wenn das Wohlergehen eines Kindes durch aktuelle oder zu erwartende Beeinträchtigungen in seiner weiteren Entwicklung gefährdet ist.

Wann liegt eine Kindeswohlgefährdung vor?

Es gibt verschiedene Anzeichen, die auf eine Kindeswohlgefährdung hinweisen können, z.B.:

  • körperliche oder psychische Misshandlung
  • Vernachlässigung
  • sexuelle Gewalt
  • Suchtprobleme der Eltern
  • psychische Erkrankungen der Eltern
  • Obdachlosigkeit
  • Gewalttätige Konflikte in der Familie

Was kann man tun, wenn man eine Kindeswohlgefährdung vermutet?

Wenn Sie Kindeswohlgefährdung vermuten, sollten Sie sich an das Jugendamt wenden. Das Jugendamt ist verpflichtet, die Situation zu überprüfen und gegebenenfalls Hilfe anzubieten.

Weitere Informationen:

# Was ist eine Inobhutnahme?

Eine Inobhutnahme ist die vorläufige Sicherstellung eines Kindes durch das Jugendamt, wenn das Kind in Gefahr ist und die Eltern nicht in der Lage sind, die Gefahr abzuwenden.

Wann kann eine Inobhutnahme erfolgen?

Eine Inobhutnahme kann nur in begründeten Fällen erfolgen, z.B.:

  • wenn das Kind akut in Gefahr ist
  • wenn die Eltern nicht erreichbar sind
  • wenn die Eltern die Gefahr nicht erkennen oder nicht bereit sind, sie abzuwenden

Wie läuft eine Inobhutnahme ab?

Das Jugendamt holt das Kind aus seiner Umgebung und bringt es an einen sicheren Ort, z.B. in eine Pflegefamilie, in ein Kinderschutzhaus, oder in eine Wohngruppe. Die Eltern werden über die Inobhutnahme informiert und haben das Recht, das Kind zu besuchen.

Weitere Informationen:

# Was ist Kinder- und Jugendhilfe?

Die Kinder- und Jugendhilfe bietet Kindern, Jugendlichen und Familien Unterstützung und Förderung. Sie umfasst verschiedene Leistungen, z.B.:

  • Frühe Hilfen
  • Hilfen zur Erziehung
  • Schutz für Kinder und Jugendliche
  • Eingliederungshilfen
  • Adoptions- und Pflegeberatung

Wer ist für die Kinder- und Jugendhilfe zuständig?

Die Kinder- und Jugendhilfe ist eine Aufgabe der Jugendämter.

Weitere Informationen:

# Was ist Partizipation?

Partizipation bedeutet, dass Kinder und Jugendliche an Entscheidungen, die sie betreffen, beteiligt werden sollen.

Warum ist Partizipation wichtig?

Partizipation ist wichtig, weil sie die Selbstbestimmung und das Verantwortungsbewusstsein von Kindern und Jugendlichen stärkt.

Wie kann Partizipation in der Praxis umgesetzt werden?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Partizipation in der Praxis umzusetzen, z.B.:

  • Kinder- und Jugendparlamente
  • Kinderkonferenzen
  • Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe

Weitere Informationen:

# Was sind Kinderrechte?

Was sind Kinderrechte?

Kinderrechte sind besondere Rechte für Kinder und Jugendliche. Sie sollen Kinder schützen und dafür sorgen, dass sie gut aufwachsen können. Diese Rechte stehen in der UN-Kinderrechtskonvention. Mehr als 190 Länder haben sich verpflichtet, diese Rechte zu beachten. In der UN-Kinderrechtskonvention gibt es 54 Artikel mit wichtigen Kinderrechten, zum Beispiel:

  • Recht auf Schutz vor Gewalt
  • Recht auf Bildung
  • Recht auf Gesundheit
  • Recht auf Mitbestimmung
  • Recht auf Freizeit und Spiel
  • Recht auf eine Familie und Fürsorge
  • Recht auf freie Meinungsäußerung
  • Recht auf Schutz vor Diskriminierung

Wie werden Kinderrechte in Deutschland umgesetzt?

Kinderrechte sind Regeln, die dafür sorgen, dass Kinder sicher, gesund und glücklich aufwachsen können. Deutschland hat versprochen, diese Rechte zu schützen und einzuhalten. Deshalb gibt es verschiedene Menschen und Einrichtungen, die darauf achten, z.B. das Jugendamt. Es unterstützt bei Problemen und greift ein, wenn Kinder geschützt werden müssen.

Nur wenn Kinder ihre Rechte kennen, können sie sie auch einfordern und sich beschweren. Unten stehen Links wo du z.B. ein Video zu deinen Rechten schauen kannst oder du eine Broschüre mit allen Rechten runterladen kannst.

Was kannst du tun, wenn dein Recht nicht beachtet wird?

Manchmal merken Kinder, dass etwas nicht fair ist oder dass ihre Rechte nicht beachtet werden. Dann ist es wichtig, Hilfe zu holen. Du kannst:

  • Mit deinen Eltern sprechen, wenn du dich dabei wohlfühlst.
  • Einer anderen Vertrauensperson davon erzählen, zum Beispiel einer Lehrerin, einem Lehrer, den Großeltern oder einer anderen erwachsenen Person, der du vertraust.
  • Zur Schulsozialarbeit gehen, wenn es an deiner Schule so ein Angebot gibt.
  • Das Jugendamt um Hilfe bitten, wenn du Probleme hast oder dich nicht sicher fühlst. Jugendämter unterstützen Kinder und Jugendliche.
  • Kinder- und Jugendberatungsstellen kontaktieren. Dort kannst du über deine Sorgen sprechen und bekommst Hilfe.
  • Deine Betreuer:innen ansprechen, wenn du in einer Wohngruppe wohnst oder ein:e Betreuer:in regelmäßig Zeit mit dir und/oder deiner Familie verbringt.

Wenn du das Gefühl hast, dass deine Rechte nicht beachtet werden, musst du nicht allein damit bleiben. Sprich mit einer Person, der du vertraust. 

Es gibt viele Erwachsene und Einrichtungen, die dir helfen können.


# Was sind Elternrechte?

Elternrechte sind die Rechte von Eltern, ihre Kinder zu erziehen und zu versorgen. Sie sind in Deutschland im Grundgesetz und im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) verankert. Die Elternrechte beinhalten unter anderem:

  • das Recht auf Erziehung und Bildung
  • das Recht auf Sorge und Obhut
  • das Recht auf Kindesunterhalt

Wie können Eltern ihre Rechte wahrnehmen?

Eltern können ihre Rechte wahrnehmen, indem sie sich über ihre Rechte informieren und diese im Alltag einfordern. Es gibt verschiedene Stellen, die Eltern bei der Wahrnehmung ihrer Rechte unterstützen können, z.B.:

  • die Elternberatungsstellen der Jugendämter
  • die Rechtsanwälte
  • die Kinderrechtsorganisationen

Weitere Informationen:

# Was ist Amtsvormundschaft?

Amtsvormundschaft ist eine Form der Vormundschaft, bei der das Familiengericht einen Amtsvormund bestellt, der für ein Kind oder einen Jugendlichen verantwortlich ist. Die Amtsvormundschaft kann angeordnet werden, wenn die Eltern nicht in der Lage sind, die elterliche Sorge für ihr Kind wahrzunehmen. Im Gegensatz zur Vormundschaft, die auch eine Privatperson übernehmen kann, wird ein Amtsvormund vom Jugendamt gestellt.

Was sind die Aufgaben eines Amtsvormunds?

Der Amtsvormund hat die Aufgabe, das Kind oder den Jugendlichen in Bereichen der elterlichen Sorge zu vertreten und zu betreuen. Dazu gehört unter anderem:

  • das Aufenthaltsbestimmungsrecht (z.B. Einzug in eine Wohngruppe)
  • die Gesundheitsfürsorge (z.B. ärztliche Behandlungen)
  • die Personensorge (z.B. Anmeldung in der Schule)
  • die Vermögenssorge (z.B. Verwaltung des Vermögens des Kindes)
  • die Vertretung des Kindes vor Gericht